Euromünzen aus der Nähe

Geld finden im Traum: Deutung, Zahlen und Einordnung

Kurzantwort: Geld im Traum zu finden gehört zu den verbreiteten Traumthemen. In einer kanadischen Erhebung mit 1.181 Studierenden kannten es 25,7 Prozent, Männer deutlich häufiger als Frauen. Traumbücher lesen den Fund mal als Gewinn, mal nach der Umkehrregel als Verlust. Beide Zuordnungen sind Überlieferung und lassen sich nicht prüfen.

Der Traum läuft meist gleich ab. Man geht irgendwo entlang, sieht Münzen oder Scheine liegen und hebt sie auf, oft mehr, als man tragen kann.

Nachgeschlagen wird er, weil er sich gut anfühlt und man wissen will, ob das etwas zu bedeuten hat.

Dieser Text nennt die Zahlen aus der Traumforschung, ordnet die verbreiteten Deutungen nach ihrer Herkunft und zeigt, wie du deinen eigenen Traum einordnest.

Wie häufig der Traum vorkommt

Tore Nielsen und Kollegen befragten 2003 in Kanada 1.181 Studierende zu 55 wiederkehrenden Traumthemen. Geldfinden landete auf Rang 25, genannt von 25,7 Prozent.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern war hier ungewöhnlich deutlich. 34,0 Prozent der Männer nannten das Thema, aber nur 22,3 Prozent der Frauen.

Wer sich an einen solchen Traum als frühesten erinnert, datiert ihn im Schnitt auf ein Alter von 9,3 Jahren. Damit gehört er zu den spät einsetzenden Themen der Liste.

In der Auswertung fiel Geldfinden mit Schwimmen, gutem Essen und dem Wiederkindsein in eine gemeinsame Gruppe positiver Traumthemen.

Diese Gruppe ist klein. Von den 55 abgefragten Themen handeln die meisten von unangenehmen Erlebnissen. Dazu passt, dass die Schlafmedizin Albträume als besonders gut erinnerbar beschreibt.

Was Traumlexika daraus machen

Die naheliegende Lesart nimmt den Fund beim Wort. Der Traum kündigt Gewinn an, eine Chance, einen Zuwachs.

Eine zweite Lesart verschiebt das Geld ins Übertragene. Gefunden werde eine Fähigkeit, ein Wert, eine Möglichkeit, die man bei sich selbst übersehen hat.

Geld gehört zu den ältesten Stichworten der Traumbuchliteratur. Foto: kevin dooley, CC BY 4.0

Eine dritte dreht die Wertung vollständig um und liest den Fund als Warnung vor Verlust. Diese Umkehrung findet sich in vielen Sammlungen direkt neben der ersten Lesart.

Damit stehen drei Deutungen zur Auswahl, von denen zwei einander widersprechen. Eine Entscheidungshilfe liefert die Literatur nicht mit.

Woher die Umkehrregel stammt

Die Regel, ein Traum bedeute das Gegenteil dessen, was er zeigt, ist alt und in der Volksüberlieferung breit belegt. Sie taucht in vielen Ländern in ähnlicher Form auf.

Ihr Reiz liegt darin, dass sie nie widerlegt werden kann. Tritt das Gedeutete ein, hat die eine Lesart recht, tritt es nicht ein, die andere.

Für einen Lexikoneintrag ist das bequem. Als Aussage über einen bestimmten Traum ist es wertlos.

Dieselbe Bauart findet sich bei vielen Traumsymbolen. Sobald ein Eintrag zwei entgegengesetzte Deutungen anbietet, passt er auf jeden Verlauf und sagt deshalb nichts voraus.

Der Blick der Antike

Artemidor von Daldis schrieb in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts die Oneirokritika, das älteste erhaltene Werk dieser Gattung, in fünf Büchern.

Er reiste durch Kleinasien, nach Griechenland und Italien, befragte Wahrsager auf Märkten und trug überlieferte Träume samt ihrer angeblichen Erfüllung zusammen. Das fünfte Buch enthält 95 solcher Fälle.

Wichtig war ihm dabei die Lage des Träumenden. Dasselbe Bild bedeutete bei ihm für einen Händler etwas anderes als für einen Sklaven.

Moderne Symbollisten übernehmen die Einträge und lassen diesen Teil weg. Übrig bleibt ein Stichwort mit einer Bedeutung, die für alle gelten soll.

Für einen Geldtraum heißt das: Wer knapp bei Kasse ist, träumt mit demselben Bild etwas anderes als jemand, der gerade geerbt hat. Diese Unterscheidung fehlt in fast jedem Lexikoneintrag.

Was zuerst infrage kommt

Trauminhalte greifen auf, was jemanden tagsüber beschäftigt. Eine offene Rechnung, eine Gehaltsverhandlung, ein größerer Kauf oder eine Steuererklärung reichen als Anlass aus.

Auch der umgekehrte Fall passt ins Bild. Wer knapp bei Kasse ist, denkt häufiger an Geld, und häufiges Denken schlägt sich in Träumen nieder.

Dazu kommen beiläufige Auslöser. Ein Lottobericht, ein Gespräch über Erbschaft, ein Fundstück auf dem Gehweg.

Auch Kinder träumen davon, und Fundgeld ist im Kinderalltag ein echtes Ereignis. Das passt zu dem Befund, dass die frühesten erinnerten Geldträume ins Grundschulalter fallen.

Worauf es im Traum ankommt

Für die eigene Einordnung ist weniger das Geld wichtig als das, was drumherum geschieht. Behältst du den Fund, gibst du ihn ab, versteckst du ihn?

Auch das Gefühl trägt Information. Freude, schlechtes Gewissen und Angst vor Entdeckung führen zu ganz verschiedenen Fragen an den Alltag.

Und der Ort zählt. Geld auf der Straße, im eigenen Mantel oder in einem fremden Haus erzeugt jeweils eine andere Szene.

Den eigenen Traum einordnen

Schreibe zuerst auf, wie viel es war und wo es lag. Eine einzelne Münze und ein Koffer voller Scheine sind zwei verschiedene Träume.

Halte dann fest, was du damit gemacht hast. Diese Handlung ist der Teil, der am ehesten mit deinem Alltag zu tun hat.

Und geh die letzten Tage auf einen Geldanlass durch. Findest du einen, ist die Suche nach einer verborgenen Bedeutung meist überflüssig.

Häufige Fragen

Kündigt der Traum einen Geldsegen an?

Das behauptet ein Teil der Überlieferung. Ein Nachweis dafür existiert nicht.

Warum träumen Männer häufiger davon?

Der Unterschied ist gemessen, erklärt ist er nicht.

Bedeutet gefundenes Geld nach der Umkehrregel Verlust?

Diese Regel ist alt und lässt sich nicht überprüfen, weil sie in jedem Ausgang bestätigt wirkt.

Spielt es eine Rolle, ob es Münzen oder Scheine waren?

Traumbücher unterscheiden das. Belegt ist der Unterschied nicht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion traumatlas.de — sie schreibt hier über Traumsymbole und ihre Deutung.


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