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Traum von verstorbener Oma: Bedeutung, Trost und Einordnung

Kurzantwort: Ein Traum von der verstorbenen Oma ist verbreitet und meist tröstlich. In einer Befragung von 278 Trauernden hatten 58 Prozent von ihren Verstorbenen geträumt, die meisten empfanden die Träume als angenehm oder gemischt. Traumbücher und religiöse Traditionen lesen den Besuch als Botschaft. Belegt ist das nicht. Belegt ist, dass solche Träume zur Trauer gehören und sie für viele erleichtern.

Sie steht in ihrer Küche, als wäre nichts gewesen. Gesund, mit der Schürze, und sie sagt deinen Namen. Du wachst auf und brauchst einen Moment, bis du wieder weißt, dass sie tot ist.

Dieser Traum kommt oft Wochen nach der Beerdigung, manchmal Jahre später an einem Geburtstag. Manche weinen danach, viele lächeln. Und fast alle fragen sich, ob das mehr war als ein Traum.

Dieser Text erklärt, wie häufig solche Träume sind, was Traditionen darin sehen, was die Trauerforschung belegt und wann der Traum ein Gespräch wert ist.

Wie häufig Trauernde von Verstorbenen träumen

Wright und Kollegen haben 2014 in den USA 278 trauernde Angehörige von Hospizpatienten befragt. 58 Prozent hatten von ihren Verstorbenen geträumt. Die meisten beschrieben die Träume als angenehm oder als angenehm und belastend zugleich, nur wenige als rein belastend.

Die häufigsten Inhalte: schöne Erinnerungen, die Verstorbene ohne ihre Krankheit, Erinnerungen an die Krankheit oder den Tod, die Verstorbene in Frieden, und die Verstorbene, die eine Botschaft übermittelt. 60 Prozent gaben an, dass die Träume ihre Trauer beeinflusst hatten, meist in Richtung Annahme und Trost.

Auch außerhalb der Trauer ist das Bild verbreitet. Tore Nielsen und Kollegen fragten 2003 in Kanada 1.181 Studierende nach typischen Traumthemen. 38,4 Prozent hatten einen verstorbenen Menschen als lebendig geträumt. Bei den mindestens 19-Jährigen waren es 41,3 Prozent, bei den 18-Jährigen und Jüngeren 32,9. Der Traum wird mit dem Alter häufiger.

Wie der Traum meist aussieht

Die Oma ist im Traum fast immer gesund und oft jünger, als du sie zuletzt gesehen hast. Der Ort ist ihr Ort: Küche, Garten, das Sofa mit der Decke.

Viele Träume sind stumm. Sie ist einfach da. Andere enthalten einen Satz, meist kurz, meist beruhigend. Manche enthalten eine Umarmung, an die du dich beim Aufwachen körperlich erinnerst.

Seltener ist der belastende Traum: Die Oma ist krank, sie stirbt erneut, sie macht Vorwürfe, oder du kommst zu spät zu ihr. Diese Variante tritt häufiger auf, wenn der Abschied im Wachleben nicht gelungen ist.

Was Traditionen im Besuch sehen

Der Volksglaube liest den Traum als Besuch. Die Oma kommt, um nach dir zu sehen, dich zu warnen oder dir etwas zu sagen.

Die christliche Tradition kennt den Traum als Ort göttlicher Botschaft. Das Alte Testament enthält rund 20 Träume, im Neuen Testament träumt Josef, dass er mit Maria und dem Kind nach Ägypten fliehen soll. Die Kirche stand der Traumdeutung trotzdem lange misstrauisch gegenüber und ließ sie nur Heiligen zu.

Die islamische Tradition führt ihre Traumhandbücher auf Ibn Sīrīn zurück, der 728 starb. Die meisten Bücher unter seinem Namen stammen nicht von ihm. Träume von Verstorbenen werden dort ernst genommen und je nach Umständen unterschiedlich gelesen.

Die Schule von Carl Gustav Jung sieht in der Großmutter oft ein Bild der weisen Alten, die Rat gibt. Traumbücher übernehmen das und deuten den Besuch als Schutz oder als Mahnung.

Keine dieser Lesarten ist geprüft. Wenn dir der Gedanke an einen Besuch guttut, nimm ihn. Ein Beleg dafür ist er nicht, und ein Beleg dagegen auch nicht.

Was die Trauerforschung belegt

Trauer läuft in Phasen, die sich überlappen. Das Modell von Verena Kast baut auf John Bowlby und Colin Murray Parkes auf. Es nennt vier Phasen: nicht wahrhaben wollen, aufbrechende Gefühle, Suchen und sich trennen, neuer Bezug zu sich und zur Welt.

Träume von der Verstorbenen gehören vor allem in die dritte Phase. Du suchst sie an ihren Orten, und der Traum findet sie dort. Das gehört zum Abschied.

Die Träume kommen zu Jahrestagen, Geburtstagen, Feiertagen und beim Aufräumen ihrer Sachen. Ein Rezept in ihrer Handschrift, ein Foto, ein Duft, und nachts steht sie in der Küche. Die Traumforschung nennt das Kontinuität: Träume greifen auf, was tagsüber wichtig war.

Wenn der Traum wehtut

Ein Traum, in dem die Oma erneut stirbt, kann den Verlust wie am ersten Tag anfühlen lassen. Das ist in den ersten Monaten gewöhnlich.

Wenn belastende Träume etwa wöchentlich als Albtraum wiederkehren, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin drei Schritte. Den Traum aufschreiben. Ein neues Ende für die Traumszene ausdenken, etwa ein Gespräch statt eines zweiten Abschieds. Dieses Ende zwei Wochen täglich durchgehen.

Wenn die Trauer nach vielen Monaten unverändert stark ist und den Alltag blockiert, sprich mit deiner Hausärztin. Trauerberatungen gibt es bei Hospizvereinen, Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden, meist kostenlos.

So gehst du mit dem Traum um

Schreib den Traum auf, mit dem Satz, den sie gesagt hat, wenn es einen gab.

Erzähl ihn jemandem, der sie kannte. Solche Träume verbinden Geschwister und Eltern oft mehr als das Grab.

Nimm das Gefühl mit in den Tag. Wenn der Traum warm war, ist das die Erinnerung, die bleibt. Wenn er wehgetan hat, sag der Oma in Gedanken, was du ihr noch sagen wolltest. Viele berichten, dass die Träume danach ruhiger werden.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, von der verstorbenen Oma zu träumen?

Traditionen lesen es als Besuch oder Botschaft. Belegt ist nur, dass solche Träume zur Trauer gehören, verbreitet sind und für die meisten tröstlich.

Ist der Traum eine echte Begegnung?

Dafür gibt es keinen Beleg, dagegen auch keinen. Belegt ist, dass 58 Prozent der befragten Trauernden solche Träume hatten und 60 Prozent sie als hilfreich für ihre Trauer erlebten.

Warum träume ich erst Jahre später von ihr?

Auslöser sind Jahrestage, Geburtstage, Fotos, Gegenstände und neue Verluste. Der Traum greift auf, was in den letzten Tagen wieder wichtig war.

Was bedeutet es, wenn die Oma im Traum mit mir spricht?

Der Satz stammt aus deiner Erinnerung an sie. Er sagt, was du dir von ihr wünschst oder was sie tatsächlich oft gesagt hat.

Warum stirbt sie im Traum noch einmal?

Diese Variante kommt häufiger vor, wenn der Abschied nicht gelungen ist oder die Krankheit lang war. Sie gehört zur Verarbeitung und wird meist seltener.

Wann sollte ich Hilfe suchen?

Wenn belastende Träume etwa wöchentlich kommen oder die Trauer nach vielen Monaten den Alltag blockiert. Hausärztin, Trauerberatung und schlafmedizinische Zentren sind Ansprechpartner.

Quellen

Wright et al. 2014: The impact of dreams of the deceased on bereavement – a survey of hospice caregivers (Am J Hosp Palliat Care)
Nielsen et al. 2003: The Typical Dreams of Canadian University Students (Dreaming)
Wikipedia: Trauer
Wikipedia: Traumdeutung

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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Mira, Redaktion traumatlas.de — sie ordnet hier Traumbilder ein und trennt Deutung von Beleg.

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