Clouds 1. - a small abstract watercolor painting, painted by Dutch artist Fons Heijnsbroek in 2008. Free art i

Im Traum träumen: Traumebenen, Klartraum und was dahintersteckt

Kurzantwort: Ein Traum im Traum entsteht, wenn du im Schlaf das Aufwachen oder Einschlafen träumst und die Handlung danach weitergeht. Das Erlebnis ist gut beschrieben, vor allem bei Menschen, die Klarträume haben. Nach einer Befragung von 444 Studierenden hatten 82 Prozent mindestens einmal einen Klartraum erlebt. Mehrere Ebenen sind kein Zeichen für etwas Besonderes. Der Traum kann jede Szene erzeugen, auch die Szene des Träumens.

Du schläfst im Traum ein. Du träumst etwas. Du wachst auf, und bist immer noch im ersten Traum.

Seit dem Film „Inception“ von 2010 hat dieses Erlebnis einen festen Platz im Gespräch über Träume. Es gab es aber lange vorher, und die Klartraumforschung hat es beschrieben.

Dieser Text erklärt, wie Traumebenen entstehen, was sie mit dem Klartraum zu tun haben und was Traumbücher hineinlesen.

Wie ein Traum im Traum entsteht

Der Traum kann jede Szene erzeugen, die du aus dem Wachleben kennst. Dazu gehören Einschlafen und Aufwachen.

Wenn du im Traum einschläfst und danach etwas anderes träumst, erlebst du das als zweite Ebene. Wenn du dann aufwachst und die erste Szene weitergeht, wird die Schichtung sichtbar.

Fachlich ist das kein eigener Zustand. Es ist ein Traum, der eine Traumhandlung enthält. Das Gehirn bleibt die ganze Zeit in derselben Schlafphase, meist im REM-Schlaf.

Deshalb gibt es auch keine tiefere Ebene, in der die Zeit langsamer läuft. Das ist Filmlogik. Berichte über mehrere Ebenen beschreiben mehrere Szenenwechsel, keine Reise nach unten.

Das falsche Erwachen als häufigste Form

Die verbreitetste Variante des Traums im Traum ist das falsche Erwachen. Du träumst, dass du aufwachst, stehst auf, gehst ins Bad. Dann wachst du wirklich auf.

In der Klartraumforschung ist das gut beschrieben. Es tritt überwiegend bei Menschen auf, die Klarträume erleben, und kann mehrmals kurz hintereinander vorkommen.

Das falsche Erwachen wirkt so echt, weil das Schlafzimmer der vertrauteste Ort ist. Der Traum braucht keine Erfindung, er kopiert nur, was du jeden Morgen siehst.

Verräterisch sind Details. Die Uhr zeigt Unsinn, das Licht kommt aus der falschen Richtung, ein Text verändert sich beim zweiten Lesen.

Im Traum träumen und der Klartraum

Ein Klartraum ist ein Traum, in dem dir bewusst ist, dass du träumst. Der Traum im Traum ist oft der Moment, in dem diese Klarheit entsteht, weil die Schichtung auffällt.

Michael Schredl und Daniel Erlacher haben 2004 444 Psychologiestudierende befragt. 82 Prozent hatten mindestens einmal einen Klartraum erlebt. 10,5 Prozent hatten ihn wöchentlich oder öfter.

Dass Klarträume real sind, wiesen Keith Hearne in England und Stephen LaBerge in den USA in den 1970er-Jahren unabhängig voneinander nach. Träumende gaben im Schlaflabor mit vereinbarten Augenbewegungen ein Signal, das im EOG sichtbar war.

Der Frankfurter Psychologe Paul Tholey entwickelte Techniken, um Klarträume herbeizuführen. Sein Kern ist der Realitätscheck: mehrmals am Tag fragen, ob du gerade träumst, bis die Frage im Traum auftaucht.

Was Traumbücher daraus machen

Traumlexika lesen den Traum im Traum als Zeichen für Verwirrung. Du weißt im Wachleben nicht, was echt ist, und der Traum bildet das ab.

Eine zweite Lesart betont Flucht. Wer im Traum noch einmal einschläft, weiche einer Sache doppelt aus.

Eine dritte Lesart betont Tiefe. Der Traum im Traum führe zu Inhalten, die sonst verborgen bleiben.

Geprüft wurde keine davon. Die Klartraumforschung hat für das Erlebnis eine einfachere Erklärung: Der Traum hat gelernt, das Träumen selbst darzustellen. Wenn dir eine Deutung trotzdem etwas erklärt, nimm sie als Denkanstoß.

Wie du prüfst, ob du wach bist

Lies einen Text, sieh weg, lies ihn noch einmal. Im Traum ändert er sich fast immer.

Sieh auf eine Uhr, sieh weg, sieh wieder hin. Im Traum springt sie.

Halte dir die Nase zu und atme. Im Traum geht es trotzdem.

Drücke einen Finger gegen die Handfläche. Im Traum geht er durch. Diese Checks werden in der Klartraumpraxis am Tag geübt, bis sie im Traum von allein kommen.

Wann das Erlebnis mehr ist als eine Kuriosität

Ein gelegentlicher Traum im Traum ist harmlos. Viele finden ihn sogar interessant.

Belastend wird es, wenn das falsche Erwachen sich über Wochen nächtlich wiederholt oder wenn Angst vor dem Einschlafen entsteht. Dann lohnt ein Gespräch mit der Hausärztin.

Ein zweiter Grund für ein Gespräch ist die Schlafparalyse. Wenn das vermeintliche Aufwachen mit Lähmung und Druck auf der Brust einhergeht, handelt es sich um die Muskellähmung des REM-Schlafs, die beim Aufwachen kurz anhält. Sie ist folgenlos, endet von allein und kommt bei 7,6 Prozent der Allgemeinbevölkerung mindestens einmal vor.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, im Traum zu träumen?

Traumbücher deuten es als Verwirrung oder Flucht. Belegt ist nur, dass der Traum jede Szene erzeugen kann, auch die des Träumens, und dass Klarträumer es häufiger erleben.

Wie viele Traumebenen sind möglich?

Berichte nennen zwei bis vier Ebenen, gemeint sind Szenenwechsel mit erneutem Einschlafen oder Aufwachen. Eine Grenze ist nicht bekannt, tiefere Ebenen laufen aber nicht langsamer.

Ist der Traum im Traum dasselbe wie ein Klartraum?

Nein. Im Klartraum weißt du, dass du träumst. Der Traum im Traum ist eine Schichtung, die oft zur Klarheit führt, aber nicht muss.

Warum wache ich mehrmals hintereinander falsch auf?

Das falsche Erwachen kann sich wiederholen, vor allem in unruhigen Nächten. Ein Realitätscheck beim Aufstehen beendet die Schleife.

Kann ich Klarträume lernen?

Ja, mit Realitätschecks, Traumtagebuch und Techniken wie MILD von Stephen LaBerge. Die Erfolgsquoten schwanken stark und hängen von Übung und Schlafrhythmus ab.

Ist das Erlebnis gefährlich?

Nein. Es ist harmlos. Abklären lassen solltest du nur nächtliche Wiederholungen mit Angst oder Lähmungserlebnisse beim Aufwachen, die häufig vorkommen.

Quellen

Wikipedia: Klartraum
Wikipedia: Schlafparalyse
Wikipedia: REM-Schlaf

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Mira, Redaktion traumatlas.de — sie ordnet hier Traumbilder ein und trennt Deutung von Beleg.


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